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Numismatische Zentralkartei (NZK)

Münzbilder sind elementarer Bestandteil der Numismatik und Grundlage fast jeder numismatischen Arbeit. Kaum eine numismatische Publikation kommt ohne Bilder aus, daher hat Robert Göbl schon in den 1960er-Jahren eine Bildsammelstelle, die sogenannte Numismatische Zentral-Kartei (NZK), aus der Taufe gehoben. Hier werden zu allen Forschungsgebieten Karteikarten in den Maßen 77 x 125 mm abgelegt, auf die Abbildungen von Münzvorder- und rückseiten, möglichst in Originalgröße, geklebt wurden. Die Karten tragen Angaben zu Bestimmung, Herkunft und technischen Daten. Davor stecken Systemkarten in den Maßen 85 x 125 mm, welche die Kartei gliedern. Die Bilder stammen zum Großteil aus Dubletten von Auktionskatalogen, teilweise handelt es sich um Originalfotos.



In ihrer durchaus ungleichgewichtigen Materialsammlung verschiedener Münzlandschaften spiegelt die NZK neben der historischen Struktur auch die Forschungstätigkeiten einzelner Institutsmitarbeiter wider. Somit sind Karteikarten des vorislamischen mittelasiatischen Bereichs besonders stark vertreten, ebenso auch solche mit Prägungen der römischen Soldatenkaiser, der Völkerwanderungszeit, der Frühbyzantiner und aus Aksum. Im Zuge der Erweiterung des Forschungshorizonts in unserem Institut haben sich auch die Schwerpunkte etwas verlagert. So wächst die NZK gegenwärtig stark in den Bereichen der römischen Provinzialprägungen und des europäischen Mittelalters und der Neuzeit. Der Zuwachs ist geprägt von speziellen Interessensgebieten der freiwilligen Mitarbeiter und der Wissenschaftler; auch Randthemen der Numismatik wie beispielsweise Münzgewichte, Medaillen und Wertmarken finden dabei Berücksichtigung. Die NZK beherbergt insgesamt mindestens eine Million Karteikarten auf etwa 21 m² Grundfläche und ist ein hochbewährtes Instrument der Forschung, das auch von internationalen Gästen immer wieder genutzt wird.

Mit fortschreitender Technik stellt sich die Frage nach der Archivierung von digital zu Verfügung gestellten Katalogen. Bestimmte numismatische Arbeiten, wie beispielsweise Stempelanalysen, verlangen jedoch teilweise nach physisch handhabbaren Fotos, da sie – besonders mit größeren Stückzahlen – am Bildschirm kaum durchführbar sind und für die Augen zu anstrengend wären. Hingegen sollten die Vorteile der zunehmenden Digitalisierung in allen Bereichen der Archivtechnik genutzt werden.

Wenn Sie die NZK nutzen wollen oder weitere Auskünfte benötigen, nehmen Sie bitte mit unserem Dokumentationsassistenten Elmar Fröschl Kontakt auf.

Institut für Numismatik
und Geldgeschichte
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