Institut für Numismatik und Geldgeschichte
Das Wiener Institut für Numismatik und Geldgeschichte ist einzigartig. Es ist das einzige selbständige Universitätsinstitut dieses Faches in Europa und bietet einen Individuellen Masterstudiengang Numismatik und Geldgeschichte an. Auch sein Lehrangebot mit fast 30 Wochenstunden pro Semester hat weltweit keine Parallele. Hinzu treten noch Veranstaltungen wie etwa ein Sommerseminar für Studierende aus dem gesamten deutschen Sprachraum (2008, 2009).
Das Institut wurde 1965 bei Gelegenheit der 600-Jahr-Feier der Universität Wien als „Institut für Antike Numismatik und vorislamische Geschichte Mittelasiens“ gegründet. Fürsprecher waren die Professoren Herbert Hunger (1914-2000) und Manfred Mayrhofer (* 1926). Erster Vorstand des Instituts wurde Robert Göbl (1919-1997), auf dessen Arbeitsgebiete die Institutsbenennung zugeschnitten war. Erst 1978 ermöglichte die Umbenennung zum „Institut für Numismatik“ eine Betreuung des Gesamtfachs Numismatik. Im Jahr 2000 wurde der Institutsname noch einmal ergänzt zur heutigen Formulierung: „Institut für Numismatik und Geldgeschichte.“
Das Institut betreibt und lehrt Numismatik von vormünzlichen Zahlungsmitteln bis zum Euro; das Fach wird in seiner vollen räumlichen wie zeitlichen Breite abgedeckt. Dieser Aspekt der zeitenübergreifenden Betrachtung des Fachs ist eine besondere Spezialität des Wiener Instituts.
Die drei wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts widmen ihre Forschungstätigkeit vor allem den folgenden Themen: Münzprägung des römischen und des byzantinischen Kaiserreiches; Numismatik des antiken und neuzeitlichen Axum/Äthiopien; Münzgeschichte Bayerns vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit; schriftliche Quellen zur Numismatik; Technik der Münzprägung. Besonderes Augenmerk gilt der Erfassung, Bestimmung und Erschließung österreichischer Münzfunde aller Epochen.
Das Institut verfügt über eine wohl ausgestattete Bibliothek, die alle Bereiche der Numismatik abdeckt. Die Sammlung des Instituts beherbergt fast 30.000 Münzen, Geldscheine und Medaillen aller Epochen und Regionen; sie dient als Lehrsammlung und wird insbesondere zur Vermittlung der Praxis in den Lehrveranstaltungen herangezogen. Die Kataloge des internationalen Münzhandels (Auktionen und Lagerlisten) werden am Institut intensiv gesammelt. Die Numismatische Zentralkartei versammelt Abbildungen (Originalfotos sowie Ausschnitte aus Auktionskatalogen und Literatur) von Münzen und anderen numismatischen Objekten aller Regionen und Epochen in systematischer Ordnung. Im Archiv des Instituts befinden sich Numismatikernachlässe sowie Materialsammlungen verschiedener Provenienz zu bestimmten Themenbereichen und Quellengruppen.
und Geldgeschichte
Universität Wien
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