Institut für Numismatik und Geldgeschichte
Das Wiener Institut für Numismatik und Geldgeschichte ist einzigartig. Es ist das einzige selbständige Universitätsinstitut dieses Faches in Europa und bietet einen Individuellen Masterstudiengang Numismatik und Geldgeschichte an. Auch sein Lehrangebot mit fast 30 Wochenstunden Numismatik pro Semester hat weltweit keine Parallele. Hinzu treten noch regelmäßige Veranstaltungen wie Sommerseminare für Studierende bzw. für Dissertanten aus dem gesamten deutschen Sprachraum. Gemeinsam mit den weiteren Institutionen der wissenschaftlichen Numismatik in Wien richtet das Institut seit 2004 alle zwei Jahre den Österreichischen Numismatikertag aus.
Im Jahr 1965 wurde bei Gelegenheit der 600-Jahr-Feier der Universität Wien das „Institut für Antike Numismatik und vorislamische Geschichte Mittelasiens“ gegründet. Fürsprecher waren die Professoren Herbert Hunger (1914–2000) und Manfred Mayrhofer (1926–2011). Erster Vorstand des Instituts wurde Robert Göbl (1919–1997), auf dessen Arbeitsgebiete die Institutsbenennung zugeschnitten war. Erst 1978 ermöglichte die Umbenennung zum „Institut für Numismatik“ eine Betreuung des Gesamtfachs Numismatik. Im Jahr 2000 wurde der Institutsname noch einmal ergänzt zur heutigen Formulierung: „Institut für Numismatik und Geldgeschichte.“
Das Institut betreibt und lehrt Numismatik von vormünzlichem Geld bis zum Euro, vom Westen bis in den Osten, von der Antike bis zur Gegenwart; das Fach wird also in seiner vollen räumlichen, sachlichen und insbesondere zeitlichen Breite abgedeckt. Dieser Aspekt der zeitenübergreifenden Betrachtung des Fachs ist eine besondere Spezialität des Wiener Instituts.
Die wissenschaftliche Forschung am Institut hat folgende Schwerpunkte:
• Römische Münzprägung und Geldwirtschaft
• Auswertung von Münzfunden von der Antike bis in die Neuzeit
• Erfassung österreichischer Münzfunde des Mittelalters und der Neuzeit
• Einbeziehung schriftlichen Quellenmaterials in die numismatische Forschung
• Strukturanalysen zur Münzprägung der römischen Kaiserzeit wie der Neuzeit
• Ikonographie antiker Münzbilder
• Münzprägung des byzantinischen Kaiserreiches
• Numismatik des antiken und neuzeitlichen Axum/Äthiopien
• Münzgeschichte Bayerns vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit
Das Institut verfügt über eine wohlausgestattete Bibliothek, die alle Bereiche der Numismatik abdeckt. Die Sammlung des Instituts beherbergt etwa 30.000 Münzen, Geldscheine, Medaillen und andere numismatische Objekte aller Epochen und Regionen; sie steht für Forschungszwecke zur Verfügung, wird aber insbesondere zur Vermittlung der Praxis in den Lehrveranstaltungen herangezogen. Die Kataloge des internationalen Münzhandels (Auktionen und Lagerlisten) werden am Institut intensiv gesammelt. Die Numismatische Zentralkartei versammelt Abbildungen (Originalfotos sowie Ausschnitte aus Auktionskatalogen und Literatur) von Münzen und anderen numismatischen Objekten aller Regionen und Epochen in systematischer Ordnung. Im Archiv des Instituts befinden sich Nachlässe bedeutender Numismatiker sowie Materialsammlungen verschiedener Provenienz zu bestimmten Themenbereichen und Quellengruppen.
und Geldgeschichte
Universität Wien
Franz-Klein-Gasse 1
1190 Wien
T: +43-1-4277-407 01
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