Die Münzprägung Thuriois und ihr Kontext – Stempelstudie und Evaluation

Stater, 7,83 g, 10h

Martin von Wagner-Museum der Universität Würzburg

Ka 1068 = H 6435

 

 

 

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Reinhard Wolters, Dr. Marc Philipp Wahl, M.A.

Studienassistent*innen:
Vanessa Zumtobel, B.A.
Niko Aue, M.A.
David Burisch, M.A.
Jan Hendrik Giering, B.A.

Förderung: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) - Projektnummer P33344

Thurioi ist eine der bedeutendsten Stadtgründungen in der Magna Graecia, mit einer weiten Vernetzung und einer umfassenden sowie innovativen Münzprägung. Doch hat die Aufarbeitung der Münzen von Thurioi noch nicht den Stand erreicht, wie er für Städte vergleichbaren Rangs existiert. Diese Lücke hat Folgen für ein Gesamtverständnis der Politik und Wirtschaft in der Magna Graecia.

Die Münzprägung Thuriois soll in Form einer Stempelstudie vorgelegt werden. Prägeablauf, Prägerhythmen und Quantitäten werden dabei mit der Geschichte der Stadt verknüpft – und darüber hinaus soll erschlossen werden, wie die Münzen und die Geschichte der Polis Thurioi mit dem Rahmen der Magna Graecia in klassischer und hellenistischer Zeit verbunden waren.

Für den ersten Teil des Projekts, die Stempelstudie, liegen am Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien bereits Vorarbeiten vor, die ein solches Projekt überhaupt erst realisierbar machen. Michael Metlich hat bis 2012 rund 4.000 Münzen von Thurioi zusammengestellt und dem Institut in Form eines vorläufigen Katalogs zur weiteren Bearbeitung übergeben. Von dieser Basis ausgehend werden folgende Arbeitsschritte in Angriff genommen:

(1) Kontrolle und Ergänzung des Materialbestands.

(2) Erstellung von Stempelketten sowie deren relative und absolute Datierung durch numismatische und historische Methoden.

(3) Interpretation der thurischen Typen zwischen Identität, Ökonomie und artistischen Einflüssen; Evaluierung der Motivübernahmen in Italien und darüber hinaus.

(4) Analyse der Prägeverwaltung, Prägerhythmen sowie des Prägevolumens.

(5) Vergleich und Interpretation des Umlaufs der Münzen Thuriois in Süditalien, Sizilien und darüber hinaus; Analyse des Umlaufs in Thurioi selbst sowie Vergleich mit anderen Städten in Italien.

(6) Historische und ökonomische Auswertung des numismatischen Befunds.

Mit der Bearbeitung der Münzen von Thurioi wird nicht nur ein Desiderat erfüllt, sondern durch die gleichgewichtete Kontextualisierung mit literarischen sowie anderen materiellen Quellen auch ein neuer Standard der historisch-ökonomischen Auswertung numismatischer Quellen für die Magna Graecia erreicht werden.

 

 

 

Reinhard Wolters, Marc Philipp Wahl, Vanessa Zumtobel, David Burisch, Jan Hendrik Giering