Fundkatalog Mittelalter/Neuzeit (FK/ING)

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Münzfunde des Mittelalters und der Neuzeit in Österreich

Fundkatalog am Institut für Numismatik und Geldgeschichte (FK/ING)

Eine zentrale Quellengattung für die Erforschung des Geldumlaufs sind Münzfunde. Die vollständige Erfassung der Münzfunde im heutigen Österreich und ihre Interpretation sind unabdingbare Grundlagen, um den historischen Geldumlauf in diesem Territorium fassen und verstehen zu können.


Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden Münzfunde in Österreich systematisch verzeichnet und publiziert. Das Material ist jedoch weit verstreut und schon längst nicht mehr leicht zu überblicken. Dieser Zustand steht einer Auswertung der Münzfunde als Quelle für den Geldumlauf und im Rahmen der Wirtschaftsgeschichte im Wege.


Deshalb wird am Institut für Numismatik und Geldgeschichte (ING) der Universität Wien seit 2004 eine Datenbank der Münzfunde des Mittelalters und der Neuzeit aus dem heutigen Österreich aufgebaut. Mit Einträgen zu derzeit (Januar 2021) fast 3.300 Hortfunden, Fundkomplexen und Einzelfunden steht der Forschung damit ein Hilfsmittel zur Verfügung, das gezielte Anfragen an dieses Material erlaubt, auch wenn es von einer (niemals erreichbaren) Vollständigkeit noch weit entfernt ist.


Die Datenbank enthält Basisdaten zu Münzfunden und Fundkomplexen und dient als Findbehelf. Ihre Aufgabe ist nicht eine vollständige Verzeichnung der Funde und ihrer Münzen in Art einer Publikation, sondern es geht um die Zusammenfassung und Erschließung des aktuellen Wissensstandes unter Nachweis des darüber vorliegenden schriftlichen Materials.

 

Der Schatzfund von Meitschenhof (Oberösterreich; 12. Jahrhundert). Foto: Alexandra Bruckböck.

Erfasst werden Hortfunde, Einzelfunde und Einzelfundkomplexe von Münzen und anderen numismatischen Objekten (Pilgerzeichen, Medaillen, Wertmarken, Abzeichen, Plomben, etc.) vom Beginn der byzantinischen Prägung (491) und der Völkerwanderung bis in die Gegenwart. Zu den Funden werden die wichtigen Eckdaten zu Ort, Zeitpunkt und Begleitumständen der Auffindung und der Verbleib der Fundmünzen festgehalten. Der Fundinhalt wird je nach Umfang mehr oder weniger genau charakterisiert. Publikationen und Aktenbestände zu den Funden werden möglichst vollständig verzeichnet. Jeder Fundkomplex erhält von der Datenbank eine Nummer, die in Zukunft für Zitate verwendet werden kann; mit ihr kann direkt auf den jeweiligen Fund zugegriffen werden.

Die Datenbank steht der Forschung als Hilfsmittel zur Verfügung, indem sie gezielte Zugriffe auf diese Informationen erlaubt. Für die konkreten Fragestellungen ist dann weiterhin auf die dort nachgewiesene Literatur oder ungedruckte Fundakten zurückzugreifen, was nun aber systematisch geschehen kann.

Die Datenbank steht für wissenschaftliche Forschungsvorhaben zur Verfügung. Sie erlaubt insbesondere Abfragen für folgende Fragestellungen:

  • gezielte Suche nach Informationen zu einem bereits bekannten Fund,
  • Ermittlung von Vorkommen bestimmter Münzen oder Münzsorten,
  • Suche nach Funden einer bestimmten Zeitstellung,
  • Erfassung von Funden einer bestimmten Region / aus einem bestimmten Ort,
  • Recherchen nach Arten von Fundgefäßen., usw.

Der Fundkatalog Mittelalter/Neuzeit wurde in Form einer Access-Datenbank aufgebaut. Im Jahr 2019 wurde die Datenbank in KENOM überspielt. Dort befindet sich seit einigen Jahren bereits der deutsche Fundkatalog (FK/NK), die Datenbank der deutschen Münzfunde des Mittelalters und der Neuzeit, die auf eine seit den 1950er Jahren aufgebaute Kartei zurückgeht und ein Projekt der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland ist. Die weitere Erfassung und der Ausbau auch der österreichischen Datenbank finden nun in KENOM statt. Dort werden die Funde ab 2021 sukzessive online sichtbar geschaltet. Ein Teil der deutschen Funde ist dort bereits öffentlich einsehbar. Der Link zu dieser Datenbank lautet derzeit:

https://kenom.gbv.de/fundkomplexe/

In Ergänzung der österreichischen Datenbank gibt es in Wien ein umfangreiches Archiv. Dieses besteht aus papierenen wie auch digitalen Fundakten. Hier finden sich Kopien bzw. Digitalisate von Literatur, Fundlisten, E-Mail- oder brieflicher Korrespondenz und andere Unterlagen. Ein wesentlicher Bestandteil sind insbesondere auch digitale Fotos vieler Fundstücke. Diese Materialien können aus urheberrechtlichen und Datenschutz-Gründen nicht online zur Verfügung gestellt werden. Ihre Verwendung für wissenschaftliche Fragestellungen ist aber möglich.

Schon seit Jahren ist diese Datenbank ein regelmäßig verwendetes Werkzeug der numismatischen Forschung. Eine Liste von Publikationen und Vorträgen, die (auch) auf Recherchen in der Datenbank beruhen, finden Sie in der unten angehängten PDF-Datei.

Der weitere Ausbau der Datenbank ist unser großes Anliegen. Dafür sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Bitte ...
... informieren Sie uns über Publikationen, insbesondere auch außerhalb des numismatischen Schrifttums, die Fundmünzen aus Österreich enthalten oder behandeln; jede Erwähnung, auch von Einzelstücken, ist von Interesse;
... senden Sie uns ein Exemplar Ihrer einschlägigen Publikationen für unsere Institutsbibliothek;
... versorgen Sie uns mit Informationen zu Münzfunden, von denen Sie Kenntnis erhalten;
... weisen Sie andere Interessent*innen bzw. Materiallieferant*innen auf unsere Datenbank hin;
... helfen Sie uns bei der Finanzierung studentischer Mitarbeiter*innen, die für die kontinuierliche Eingabe weiterer Funde und Daten dringend benötigt werden.

Meldungen neuer Münzfunde (Einzel- und Hortfunde) haben durch Finder*innen an das Bundesdenkmalamt zu erfolgen. Weitere Informationen finden Sie hier:
https://bda.gv.at/archaeologie/


Um die Bestimmung und Dokumentation neuer Münzfunde in Österreich kümmert sich seit einigen Jahren eine Stelle an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Mehr dazu erfahren Sie hier:
https://www.oeaw.ac.at/oeai/forschung/altertumswissenschaften/numismatik/fundmuenzen-aus-oesterreich


Mit dieser Stelle können Sie über folgende e-mail-Adresse Kontakt aufnehmen:
fundmuenzen@oeaw.ac.at

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Der Fundkatalog am Institut für Numismatik und Geldgeschichte (FK/ING) wurde in den vergangenen Jahren von folgenden Institutionen gefördert:

  • Bundeskanzleramt der Republik Österreich
  • Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Wissenschaft und Forschung
  • Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 14 – Kunst und Kultur
  • Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung 7 - Kultur, Wissenschaft und Archiv
  • Magistrat der Stadt Wien, MA 7 - Kultur
  • Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank
  • Förderverein Rudolfinum des Landesmuseums Kärnten
  • Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien


Derzeit wird das Projekt durch folgende Geldgeber finanziert:

  • Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Wissenschaft und Forschung
  • Bundesdenkmalamt
  • Verband Österreichischer Münzenhändler

Zur Förderung dieses Projekts besteht eine Kooperationsvereinbarung des Instituts für Numismatik und Geldgeschichte mit der Stadtarchäologie Wien.

Kontakt:

ao. Univ.-Prof. Dr. Hubert Emmerig
Institut für Numismatik und Geldgeschichte
Universität Wien
Franz Klein-Gasse 1
A-1190 Wien
Tel. ++43 1 4277 40705
Fax: ++43 1 4277 8
40705
E-mail


Agnes Aspetsberger MA
E-mail

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